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Geländemodell und Oberflächenmodell: das vereinbarte Aufmaß

Ein digitales Geländemodell bildet die Erdoberfläche ohne Bewuchs und Bebauung ab, ein digitales Oberflächenmodell mit allem, was darauf steht. Welches Sie brauchen, entscheidet die Frage, die beantwortet werden soll.

Woher die Höhen kommen

Die Befliegung liefert die Punkte, aus denen Gelände- und Oberflächenmodell entstehen. Der Unterschied zu einem amtlichen Datensatz liegt nicht in der Technik, sondern im Zeitpunkt: Ihre Aufnahme hat ein Datum, auf das sich beide Vertragsparteien berufen können.

Außendienst im Gelände: Vermesser am Stativ, im Hintergrund das aufzunehmende Gebäude.

DGM oder DOM: der Unterschied

Ein Digitales Geländemodell (DGM) ist eine präzise 3D-Karte des nackten Bodens: ohne Häuser, Bäume oder Fahrzeuge. Für jeden Punkt der Fläche wird die genaue Höhe gespeichert. Das Digitale Oberflächenmodell (DOM) zeigt dagegen alles, was auf dem Boden steht: Dachkanten, Baumkronen, Zäune.

DGM (Geländemodell)DOM (Oberflächenmodell)
Boden (gewachsen)enthaltenenthalten
Gebäude, Bäume, Objekteherausgefiltertinklusive
Typische AnwendungErdmassen, Planung, BauantragVerschattung, Baumhöhen, Solar

Wer eine Massenberechnung braucht, braucht das Geländemodell. Wer eine Besonnungsstudie rechnet oder eine Solaranlage plant, braucht das Oberflächenmodell, denn dort wirft das Nachbargebäude den Schatten.

Kiesgrube aus der Drohne, senkrecht von oben: Foerderband, Radlader, Halden und das Absetzbecken.

Erst prüfen: Reichen die kostenlosen Landesdaten?

Die Bundesländer stellen Höhendaten bereit, vielfach kostenfrei. In Nordrhein-Westfalen etwa mit einem Befliegungszyklus von fünf Jahren und einer Höhengenauigkeit im Bereich von zehn Zentimetern. Für Übersicht, Standortprüfung und Vorplanung ist das in aller Regel ausreichend, und günstiger, als es jede Beauftragung sein kann.

Wir sagen das aktiv, weil es stimmt. Wer die kostenlose Alternative kennt und trotzdem beauftragt, hat einen belastbaren Grund dafür.

Wann ein eigenes Aufmaß nötig ist

Der entscheidende Satz lautet: Ein amtlicher Datensatz ist nie Abrechnungsgrundlage zwischen zwei Vertragsparteien.

Das ist keine Genauigkeitsfrage, sondern eine Vertragsfrage. Amtliche Daten zeigen den Zustand der letzten Befliegung, und wann die war, bestimmt nicht Ihr Projekt. Eine Massenermittlung, ein Überflutungsnachweis oder ein Jahresbericht gegenüber einer Behörde braucht ein Aufmaß zu einem definierten Zeitpunkt, auf das sich beide Seiten berufen können.

Typische Anlässe:

  • Massenermittlung bei Erdbau und Abbau: Abrechnung nach tatsächlich bewegter Kubatur
  • Überflutungs- und Retentionsnachweise
  • Jahresberichte gegenüber Genehmigungsbehörden
  • Beweissicherung des Geländezustands vor und nach Arbeiten
  • Halden- und Lagerbestandsermittlung zu einem Stichtag
Geöffneter Schacht in der Fahrbahn, mit Leitkegeln gesichert: Einstiegsleiter, Lampe und eine weiße Zielkugel für die Vermessung.

Wie genau sind die Daten?

Verfahren und BedingungLagegenauigkeitHöhengenauigkeit
Drohne mit eingemessenen Passpunkten, offene Fläche1 bis 2 cm2 bis 5 cm
Drohne ohne Passpunkteetwa 1 dmschlechter als die Lage

Bezugssystem: Lage ETRS89 mit UTM-Abbildung, Höhe DHHN2016 (NHN). Die Höhengenauigkeit ist systembedingt etwas schlechter als die Lage, das ist keine Eigenheit unserer Aufnahme, sondern des Verfahrens. Die Bedingung „offene Fläche“ steht bewusst dabei: Unter Bewuchs gelten diese Werte nicht.

Für Bereiche mit hoher Genauigkeitsanforderung ergänzen wir terrestrisch. Der Lagebezug entsteht über ein GNSS-Kontrollnetz und ist amtsfähig, damit das Ergebnis in bestehende Planungsstände passt.

Wo die Drohne an ihre Grenze kommt

Die Drohne erfasst von oben. Sie sieht nicht durch Wald, Hecken oder dichten Bewuchs. In solchen Bereichen entsteht zunächst nur ein Oberflächenmodell, kein echtes Boden-DGM: Wo die Kamera den Boden nicht sieht, kann keine Software ihn rekonstruieren.

Für bewachsene Flächen bieten wir eine LiDAR-Befliegung oder die Nacherfassung vor Ort an. Und in jeder Lieferung weisen wir ausdrücklich aus, welche Bereiche betroffen sind: gefiltert, interpoliert oder nacherfasst. Eine Massenermittlung hängt genau an diesen Stellen, deshalb gehört zur Lieferung die Angabe, wie gefiltert wurde, und nicht nur das Ergebnis.

Auch der Zeitpunkt zählt: Wenn die Geländeoberfläche das Ziel ist, planen wir die Befliegung möglichst im unbelaubten Zustand.

Bewaldete Huegel aus der Luft: geschlossenes Kronendach, dahinter die freien Bergruecken.

Kataster plus Drohne: ein Modell

Viele Aufgaben brauchen beides, die große Umgebung und die genaue Projektfläche. Dafür kombinieren wir: die Umgebungsfläche aus amtlichen Katasterdaten, flächendeckend und günstig, aber grob und teils mehrere Jahre alt. Die Projektfläche aus eigener Drohnenbefliegung, aktuell, hochauflösend, zentimetergenau.

Beide Bereiche liegen im selben Koordinatensystem, mit klar sichtbarer Grenze und der Angabe von Genauigkeit und Erfassungsdatum für jeden Bereich. Das Ergebnis ist eine lückenlose, belastbare Planungsgrundlage statt eines Flickwerks aus Quellen, deren Herkunft niemand mehr nachvollziehen kann.

Für welche Aufgaben ein Geländemodell gebraucht wird

Grundstück und Bau. Geländeschnitte, Entwässerungsplanung, Hangneigung, Anschlusshöhen und Bauantrag: exakte Höhengrundlage statt Schätzwert. Wo Gebäude, Weg und Gelände zusammentreffen, entscheidet der Zentimeter über Stufen und Barrierefreiheit.

Ingenieur- und Tiefbau. Erdmassen als Auf- und Abtrag, berechnet als Differenz zweier Zustände im selben Lagebezug, Trassenplanung, Ergebnis direkt in CAD und GIS weiterverwendbar.

Großfläche und Infrastruktur. Deponie- und Haldenvolumen, Trassenkorridore, Lagerbestände zum Stichtag. Als wiederkehrende Zeitreihe wird daraus die laufende Mengendokumentation: gleiche Standorte, gleicher Lagebezug, vergleichbare Ergebnisse.

In allen Fällen wird das Modell nicht angesehen, sondern gerechnet. Deshalb ist die Formatfrage keine Nebensache: Ein Bild des Modells nützt der Massenermittlung nichts.

Steinbruch im Ueberblick: abgestufte Abbauwaende, Fahrwege und Halden, dahinter die offene Feldflur.

In welchen Formaten wir liefern

FormatWofür geeignetTypischer Empfänger
GeoTIFF / COGRasteranalyse, GIS-WeiterverarbeitungGIS, Vermessungsbüro
XYZ, ASCII-GridUniversell lesbar, einfacher AustauschCAD, Tiefbauplanung
ESRI-GridArcGIS-Umgebungen, BehördenarchivGIS, Behörden
TIFF / PNG / PDFVisualisierung, Dokumentation, PräsentationAuftraggeber, Planungsbüro

Dazu Höhenlinienpläne in DWG oder DXF und die Punktwolke, wo sie gebraucht wird. Auf Wunsch liefern wir kombinierte Pakete, etwa GeoTIFF plus XYZ plus PDF-Karte.

Weiterführend

Häufige Fragen zu Gelände- und Oberflächenmodell

Was ist der Unterschied zwischen Geländemodell und Oberflächenmodell?

Das Geländemodell bildet die Erdoberfläche ohne Bewuchs und Bebauung ab, das Oberflächenmodell mit allem, was darauf steht. Für Massenermittlung im Erdbau braucht es das Geländemodell, für Verschattungs-, Solar- und Sichtbarkeitsfragen das Oberflächenmodell.

Reichen die kostenlosen Höhendaten der Länder?

Für Übersicht, Standortprüfung und Vorplanung in aller Regel ja. Sie sind vielfach kostenfrei verfügbar und für diese Zwecke ausreichend genau.

Warum dann überhaupt ein eigenes Aufmaß?

Weil ein amtlicher Datensatz nie Abrechnungsgrundlage zwischen zwei Vertragsparteien ist. Massenermittlung, Überflutungsnachweis oder Behördenbericht brauchen ein Aufmaß zu einem definierten Zeitpunkt, auf das sich beide Seiten berufen können. Das ist eine Vertragsfrage, keine Genauigkeitsfrage.

Wie genau ist das Modell?

Mit eingemessenen Passpunkten auf offener Fläche 1 bis 2 Zentimeter in der Lage und 2 bis 5 Zentimeter in der Höhe, ohne Passpunkte etwa ein Dezimeter. Unter dichtem Bewuchs gelten diese Werte nicht; betroffene Bereiche weisen wir in der Lieferung ausdrücklich aus.

Sehen Sie durch Bäume?

Nein. Photogrammetrie erfasst, was die Kamera sieht. Unter Wald und dichtem Bewuchs entsteht zunächst ein Oberflächenmodell; für den Boden dort bieten wir LiDAR-Befliegung oder Nacherfassung vor Ort an und kennzeichnen interpolierte Bereiche als solche.

In welchen Formaten wird geliefert?

Als GeoTIFF oder COG für GIS, als XYZ oder ASCII-Grid für CAD und Tiefbau, als ESRI-Grid für Behördenumgebungen, dazu Visualisierungen als TIFF, PNG oder PDF und Höhenlinien in DWG oder DXF. Kombinierte Pakete auf Wunsch.

Welche Fläche braucht ein vereinbartes Aufmaß?

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