Analysen & Nachweise
Schallanalyse: wissen, wie laut es wird, bevor der Entwurf steht
Ein Grundstück an Schiene oder Straße entscheidet über den Entwurf mit, lange bevor ein Gutachter ins Spiel kommt.
Wo dürfen Schlafräume liegen? Wo lässt sich ein Fenster öffnen? Und wie viel Fassade muss aufgerüstet werden? Metrika360 simuliert die Lärmbelastung am vermessenen 3D-Modell: Pegel je Fassade, je Geschoss und je Entwurfsvariante, auf Grundlage der amtlichen Lärmkartierung und der eigenen Aufnahme von Gebäude, Gelände und Nachbarbebauung.
Wer das braucht
Projektentwickler und Architekten vor dem Entwurf. Drei Entscheidungen fallen in dieser Phase und sind später teuer: die Zonierung der Grundrisse, also Technik und Nebenräume zur Lärmquelle und keine Schlafräume in den lauten Bereichen. Die Kubatur, etwa rückspringende Geschosse, die Abstand und Abschirmung vergrößern. Und die Grundsatzfrage, ob eine Abschirmung vor der Fassade günstiger ist als die Aufrüstung jeder einzelnen Fassade. Wer das erst nach der Genehmigungsplanung rechnet, bezahlt die Antwort in schwereren Fenstern, dickeren Wänden und verlorener Wohnfläche.
Bauherren mit Förderzusage und Flächenziel. Förderstufe, Kosten je Quadratmeter und maximale Wohnfläche geraten mit steigenden Anforderungen an die Außenbauteile schnell in Konflikt. Der Variantenvergleich zeigt vor der Entwurfsfestlegung, welcher Weg alle drei Ziele hält.
Wer schon einen Gutachter beauftragt hat. Pläne, 3D-Modell und Pegelkarten gehen als Grundlage direkt in das Gutachten. Was der Gutachter nicht selbst erheben muss, steht auch nicht in seiner Rechnung.
Kommunen und Bauherren im Bebauungsplanverfahren. Wo der Trennungsgrundsatz nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz greift, erwartet die Behörde eine belastbare Auseinandersetzung mit dem Lärm. Die Voranalyse zeigt früh, ob und wie sich die Bebauung begründen lässt.

Was die Analyse beantwortet
Wie hoch der Pegel an jeder einzelnen Fassade liegt, Geschoss für Geschoss. Wie sich dieser Pegel ändert, wenn Kubatur, Gebäudestellung oder Abschirmung verändert werden. Und wo Schallschutz am günstigsten wirkt: an der Quelle, im Zwischenraum oder am Bauteil.

Woher die Daten kommen
Die öffentlichen Lärmkartierungen liefern die Kennwerte LDEN für den Tag-Abend-Nacht-Pegel und LNight für die Nacht, dazu kommen Streckendaten wie Geschwindigkeit und Gleislage. Diese Daten sind kostenlos verfügbar, zeigen aber nur ein grobes Raster über das Gebiet. Den Pegel an der konkreten Fassade zeigt erst die Simulation mit dem echten Gebäude im echten Gelände.
Genau diese Geometrie bringen wir mit: Laserscan für den Bestand, Drohne für Gelände und Nachbarbebauung, daraus ein georeferenziertes Modell, in dem gerechnet wird.

Die Grenze, klar gezogen
Das Schallschutzgutachten nach DIN 4109 und die förmliche Immissionsprognose erstellt ein Fachgutachter mit der dafür nötigen Anerkennung. Unsere Voranalyse ersetzt beides nicht. Sie macht es schneller, günstiger und planbarer, weil der Gutachter am Ende ein durchdachtes Konzept prüft, statt ein Problem zu lösen. Auf Wunsch übergeben wir direkt an den Gutachter Ihres Vertrauens.
So läuft es ab
Bestand und Umfeld erfassen
Aufmaß, Laserscan und Drohne liefern Gebäude, Gelände und Nachbarbebauung als georeferenziertes 3D-Modell.
Lärmdaten bündeln
Amtliche Lärmkartierung mit LDEN und LNight, dazu Streckendaten wie Geschwindigkeit und Gleislage.
Simulieren und vergleichen
Pegel auf Fassade, Gelände und Dach, je Entwurfsvariante, als farbige Pegelkarte.
Ableiten und übergeben
Grundriss-Zonierung, Schallschutzkonzept auf Entwurfsebene und aufbereitete Unterlagen für den Gutachter.
Lieferumfang
- Pegelkarten auf Fassade, Gelände und Dach je Variante
- Grundriss-Zonierung als Empfehlung
- Schallschutzkonzept auf Entwurfsebene
- das georeferenzierte 3D-Modell, das auch für Verschattung und Besonnung und die Standortanalyse weiterverwendbar ist
- die aufbereiteten Unterlagen für den Fachgutachter
Fallstudie
Wohnen an der Bahntrasse
17 Wohneinheiten neben einer Strecke mit 110 km/h, und trotzdem Fenster auf allen vier Seiten.

Weiterführend
- Verschattung und Besonnung – Schattenwurf und Besonnung am selben Modell
- Standortanalyse – Naturgefahren und Klimarisiken am Standort
- Geländemodell – das Gelände, in dem gerechnet wird
- BIM-Bestandsmodelle – das Gebäude als Modell
- Planung im Bestand – vom Bestandsmodell zum Entwurf
Häufige Fragen zur Schallanalyse
Ersetzt die Analyse das Schallgutachten?
Nein. Das Gutachten nach DIN 4109 und die förmliche Immissionsprognose erstellt ein Fachgutachter. Wir liefern die Voranalyse so früh, dass der Entwurf noch darauf reagieren kann, und die Datengrundlage, mit der das Gutachten schneller fertig wird.
Wann im Projekt ist der richtige Zeitpunkt?
Vor der Entwurfsfestlegung. Zonierung, Kubatur und die Entscheidung über eine Abschirmung lassen sich danach nur noch teuer ändern. Für eine erste Einschätzung genügt uns die Grundstücksadresse.
Brauchen wir dafür eine eigene Aufnahme?
Für die Simulation braucht es Gebäude, Gelände und Nachbarbebauung als Modell. Liegt von uns bereits eine Aufnahme vor, rechnen wir darauf. Sonst erfassen wir das Umfeld per Drohne, das ist ein überschaubarer Termin.
Geht das auch für Straßenlärm und Gewerbe?
Ja. Die Methodik ist dieselbe, es ändern sich Quelle und Datengrundlage. Bei Gewerbe- und Anlagenlärm kommen die Angaben aus den Betriebsdaten statt aus der Lärmkartierung.
Was kostet das?
Das hängt davon ab, ob das Umfeld schon vermessen ist und wie viele Varianten gerechnet werden. Nennen Sie uns die Adresse und das geplante Vorhaben, dann kommt eine belastbare Größenordnung zurück.
Wie laut wird es auf Ihrem Grundstück?
Nennen Sie uns die Adresse und das geplante Vorhaben.