Datenverarbeitung & BIM

TGA-Modellierung: die Technik im Bestand, aus der Punktwolke

Rohre, Kanäle, Trassen und Anlagen als Bestandsmodell, damit Ihre Fachplanung im Bestand sofort starten kann, statt erst wochenlang aufzumessen.

Was ein TGA-Bestandsmodell ist

Ein TGA-Bestandsmodell bildet die technische Gebäudeausrüstung als Bauteile ab: Rohrleitungen mit Verlauf und Durchmesser, Lüftungskanäle mit Querschnitten, Kabeltrassen, Verteiler, Erzeuger und Endgeräte. Metrika360 erfasst den Bestand per 3D-Laserscanning und modelliert die Technik als eigenes Fachmodell, nativ in Revit oder herstellerneutral als IFC.

Reine TGA-Projekte behandeln wir als eigene Disziplin, getrennt von der Gebäudemodellierung: Hier geht es nicht um Wände und Flächen, sondern um den Technikkeller, die Zentrale, das Leitungsnetz. Modelliert wird, was Ihre Planung braucht, in der Tiefe, die Ihre Planung vorgibt.

Technikebene als Bestandsmodell: Erzeuger, Verteiler und Leitungsnetz im Raumverbund.

Der Detailgrad kommt von Ihrer Planung, nicht aus unserem Katalog

Bei TGA-Projekten bestimmt der Fachplaner, was ins Modell gehört und wie fein: welche Gewerke, welche Bereiche, ob nur der Bestand, der bleibt, oder auch das, was zurückgebaut wird, ob Halterungen und Armaturen einzeln oder als Zug. Wir modellieren nach Ihrer Spezifikation und übernehmen Ihre Benennungs- und Systemlogik, damit das Modell in Ihrer Planungsumgebung weiterlebt statt daneben.

Der genormte Begriff für diese Festlegung ist die Informationsbedarfstiefe: Der Informationsbedarf wird vom Verwendungszweck her bestimmt, nicht von einer pauschalen Detailstufe. Genau das meint dieser Absatz.

Wer noch keine Spezifikation hat, bekommt von uns einen Vorschlag auf Basis der Aufgabe, aber die Entscheidung bleibt beim Planer. Das Modell ist Ihr Werkzeug, nicht unser Produktschema.

Blick von unten in ein Hallendach: Fachwerkbinder, Lueftungskanaele und Leitungstrassen zwischen den Oberlichtern.

Warum TGA anders ist als Architektur

Eine Wand steht frei im Raum, eine Rohrleitung fast nie. Drei Dinge machen die TGA-Aufnahme zur eigenen Disziplin:

Die Technik verdeckt sich selbst. Leitungen liegen in Bündeln, hinter Kanälen, unter Einbauten. Ein stationärer Scanner sieht die vordere Lage und wirft Schatten auf alles dahinter. Deshalb kombinieren wir die Geräte: den FARO-Scanner terrestrisch für die Zentrale, den am Körper getragenen NavVis VLX für Flächen und Geschosse, und den handgeführten NavVis MLX dort, wo es eng wird: zwischen, hinter und unter den Installationen, wo weder Stativ noch Rückentrage hinkommen.

Gemessen wird die Außenkante. Der Scan liefert den Durchmesser über der Dämmung, nicht die Nennweite des Rohrs darunter. Wer das verwechselt, dimensioniert falsch. Nennweiten übernehmen wir aus Kennzeichnungen und Unterlagen; wo beides fehlt, steht im Modell die gemessene Außenkante, gekennzeichnet als solche.

Die Dichte ist eine andere. Eine Technikzentrale enthält auf fünfzig Quadratmetern mehr Bauteile als ein ganzes Bürogeschoss. Der Aufwand folgt der Bauteilzahl, nicht der Fläche, und deshalb wird TGA je Bereich vereinbart statt pauschal je Quadratmeter.

Technikzentrale als Modell von schraeg oben: Kessel, Pumpengruppen, Verteiler und Schaltschrank im aufgeschnittenen Raum.

Typische Projekte

Technikkeller und Heizzentralen. Der Erzeugertausch, die Wärmepumpen-Umstellung, die neue Zentrale: Ob das neue Gerät in den alten Raum passt, entscheiden Aufstellflächen, Anschlusspunkte, Leitungswege und Transportwege. Das Modell beantwortet das am Schreibtisch, bevor bestellt ist.

Bäder- und Wassertechnik. Ein Schwimmbad-Untergeschoss gehört zu den dichteren TGA-Räumen: Wasseraufbereitung, Filter, Pumpen und Leitungsnetz auf engem Raum, und jede Revitalisierung des Bades beginnt genau dort unten. Wir erfassen die Technikebene vollständig, auch dort, wo zwischen den Leitungen kein Stativ mehr steht, und liefern das Fachmodell, auf dem die Sanierung geplant wird.

Sprinkler- und Löschanlagen im Bestand. Das vorhandene Netz und die Hallenstruktur als Grundlage für Erweiterung oder Neuauslegung, mit Trassen, Bindern und Störkanten, an denen die neue Planung vorbei muss.

Lüftungskanäle in Industriehallen. Kanalquerschnitte, Trassenverläufe und Platzreserven über Produktionsflächen, als Fachmodell für die Neuauslegung und für die Kollisionsprüfung der neuen Planung gegen den Bestand.

Anlagenbau und Erweiterung. Neue Technik in laufende Produktion einplanen, mit Anschluss an das, was nachweislich da ist.

Für wen wir das machen

TGA-Planungsbüros. Sie bekommen den Bestand als Fachmodell in Ihrem System und starten direkt in der Auslegung. Das eigene Aufmaß im Technikkeller entfällt, und mit ihm die Ortstermine, die Nachmessungen und die Annahmen, die sich später rächen.

Errichter und Anlagenbauer. Heizungsbau, Lüftungsbau, Sprinkler-Errichter: Wer im Bestand anbietet, kalkuliert auf gemessene Verläufe statt auf Begehungsfotos, und wer vorfertigt, fertigt gegen den Bestand.

Industrie und Betreiber. Werkstechnik, Medienversorgung, Produktionsinfrastruktur: der dokumentierte Ist-Zustand als Grundlage für Erweiterung, Instandhaltung und die nächste Ausschreibung.

Der Zeitgewinn ist der eigentliche Kaufgrund

Ein Handaufmaß in einer vollen Technikzentrale dauert Tage, bleibt lückenhaft und bindet genau die Fachleute, die eigentlich planen sollen. Unsere Aufnahme braucht einen Termin, auch im laufenden Betrieb, und das Modell kommt fertig in Ihre Planungsumgebung. Der Planungsstart verschiebt sich damit um Wochen nach vorn, und die zweite Anfahrt, weil beim Ortstermin ein Maß fehlte, entfällt strukturell: Was die Punktwolke enthält, lässt sich jederzeit nachmessen, ohne dass jemand zurück in den Keller muss.

Und wo der Keller fensterlos ist, hilft die begehbare virtuelle Tour aus derselben Aufnahme.

Licht ins Dunkel: fensterlose Technikräume

Die Geometrie erfasst der Scanner auch im Stockdunkeln, für den Laser spielt Licht keine Rolle. Aber Technikkeller sollen im Ergebnis nicht nur vermessen, sondern auch gesehen werden: farbige Punktwolke, Panoramen, begehbare Tour. Dafür leuchten wir unbeleuchtete Bereiche während der Aufnahme mobil aus, mit dem Halo-System von Bushman Light, das den Erfasser mit gleichmäßigem Rundumlicht begleitet, statt Schlagschatten von einer Baustellenlampe zu werfen. Das Ergebnis: eine Tour, in der man auch im fensterlosen Untergeschoss erkennt, was an der Decke hängt.

Mitarbeiter trägt einen mobilen Handscanner mit eingeschalteter Leuchte durch einen Heizungskeller

Was der Scan nicht liefert, und wie wir damit umgehen

Der Scan erfasst Geometrie. Medium, Fließrichtung, Nennweite unter der Dämmung und der Zustand einer Anlage stehen nicht in der Punktwolke. Diese Informationen kommen aus Kennzeichnungen, Unterlagen oder der Begehung, und im Modell ist ihre Herkunft gekennzeichnet: gemessen, übernommen oder angenommen. Was hinter geschlossenen Decken und Schächten liegt, erfassen wir nur, wenn geöffnet wird; alles andere wäre geraten.

Und eine Abgrenzung, die Verwechslung spart: Die TGA-Modellierung liefert die Geometrie der Technik. Die alphanumerische Anlagenerfassung, also Anlagenkennzeichnung, Zustandsbewertung und das Datenmodell nach DIN 276 für die Betreiberpflicht, ist die Disziplin unseres Partners AdvisoRE. Beides zusammen, aus einer Begehung, ergibt die vollständige CAFM-Datenbasis.

Weiterführend

Häufige Fragen zur TGA-Modellierung

Wer bestimmt, wie detailliert modelliert wird?

Ihr Fachplaner. Bei reinen TGA-Projekten modellieren wir nach der Spezifikation der Planung: Gewerke, Bereiche, Bauteiltiefe, Benennungslogik. Wer noch keine Spezifikation hat, bekommt einen Vorschlag auf Basis der Aufgabe, entscheidet aber selbst.

Welche Gewerke erfassen Sie?

Heizung, Kälte, Lüftung, Sanitär, Elektro und Löschtechnik, dazu Fördertechnik nach Vereinbarung. Der Umfang wird je Gewerk und Bereich festgelegt, nicht pauschal.

Können Sie Nennweiten erfassen?

Gemessen wird die Außenkante, bei gedämmten Leitungen also inklusive Dämmung. Nennweiten übernehmen wir aus Kennzeichnungen und Unterlagen; wo beides fehlt, kennzeichnet das Modell den gemessenen Wert als Außenmaß. Diese Ehrlichkeit erspart Ihnen falsch dimensionierte Anschlüsse.

Erfassen Sie auch über abgehängten Decken und in Schächten?

Nur, was sichtbar ist oder geöffnet wird. Revisionsöffnungen nutzen wir, flächiges Öffnen stimmen wir vorab ab. Nicht einsehbare Bereiche werden als Annahme gekennzeichnet statt aufgefüllt.

Funktioniert die Aufnahme in dunklen Kellern?

Die Vermessung ja, der Laser braucht kein Licht. Für farbige Punktwolken, Panoramen und die begehbare Tour leuchten wir unbeleuchtete Bereiche während der Begehung mobil aus. Ob Farbe und Tour zum Lieferumfang gehören, klären wir vorab, denn es beeinflusst den Ablauf vor Ort.

In welchem System wird modelliert?

Bevorzugt nativ in Revit, damit Ihre Fachplanung direkt weiterarbeitet, zusätzlich IFC als neutrales Format. Die Übernahme in TGA-Auslegungssoftware mit Revit-Anbindung ist der Regelfall.

Wie schnell geht das?

Die Aufnahme braucht einen Termin, auch im laufenden Betrieb. Den Modellierungszeitraum nennen wir im Angebot; bei einzelnen Technikräumen sprechen wir über Tage, nicht Wochen. Und jedes Maß, das später noch fehlt, kommt aus der archivierten Punktwolke statt aus einem neuen Ortstermin.

Prüfen Sie die neue Planung gegen den Bestand?

Ja. Die Fachplanung wird im Modell gegen den erfassten Bestand kollisionsgeprüft, Konflikte werden je Bauteil dokumentiert, bevor sie auf der Baustelle Geld kosten.

Welche Technik muss ins Modell?

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