Anwendungen & Sonderleistungen
Bestandsdaten für die Fabrik- und Layoutplanung
Wer eine Produktion umplant, plant gegen den Bestand: Stützenraster, Tore, Höhen, Medien, Maschinen. Wir liefern das Ist-Layout als belastbare Grundlage, direkt einlesbar in Ihre Layoutplanungssoftware.
Was die Layoutplanung vom Bestand braucht
Eine Layoutplanung scheitert selten am Konzept und oft an einem Maß, das niemand geprüft hat. Die Halle hat eine Stütze mehr als der Plan zeigt, das Tor ist zwanzig Zentimeter niedriger als angenommen, und die Anlage, die dort stehen soll, passt durch keine der drei Zufahrten. Solche Punkte fallen im Bestand auf, nicht in der Zeichnung.
Diese fünf Größen entscheiden über fast jede Umplanung:
| Größe | Warum sie den Ausschlag gibt |
|---|---|
| Stützenraster | Bestimmt, welche Aufstellflächen überhaupt zusammenhängend sind. Im gewachsenen Bestand ist das Raster selten so regelmäßig, wie der Altplan es zeigt. |
| Lichte Höhen | Unterkante Binder, Unterkante Leitung, Unterkante Kranbahn: drei verschiedene Höhen über derselben Fläche. Für eine Anlagenaufstellung zählt die niedrigste. |
| Tore und Zufahrten | Breite, Höhe und Schleppkurve entscheiden, ob eine Maschine überhaupt an ihren Platz kommt. Der Transportweg gehört zur Planung, nicht zur Ausführung. |
| Medien | Wo Druckluft, Strom, Wasser und Absaugung heute anliegen, bestimmt die Kosten jeder Verlagerung. |
| Anlagen im Bestand | Der tatsächliche Platzbedarf einschließlich Bedien-, Wartungs- und Sicherheitsflächen, nicht das Maß aus dem Datenblatt. |

Warum Altpläne in der Produktion besonders selten tragen
Produktionsgebäude verändern sich häufiger als Bürogebäude, und sie verändern sich kleinteilig: eine zusätzliche Absaugung, eine verlegte Trennwand, ein Fundament für eine Maschine, die vor zwölf Jahren angeschafft wurde. Jeder dieser Eingriffe ist dokumentiert worden oder auch nicht, und welcher Fall vorliegt, sieht man dem Plan nicht an.
Der Unterschied zwischen einer Bestandsaufnahme und einem gepflegten Planarchiv liegt genau hier: Die Aufnahme zeigt den Zustand am Aufnahmetag, mit Datum, und niemand muss dem Plan glauben. Das ist der Grund, warum ein Umplanungsprojekt üblicherweise mit einem Aufmaß beginnt und nicht mit dem Öffnen der alten Datei.

Aufnehmen, ohne die Produktion anzuhalten
Eine laufende Fertigung lässt sich nicht für ein Aufmaß abschalten, und das muss sie auch nicht. Wir erfassen Hallen im Mobile Mapping im Gehen, entlang der Wege, die ohnehin frei sind. Wo es auf jeden Millimeter ankommt, etwa an einer Anschlussstelle oder einem Fundament, wird der Bereich zusätzlich terrestrisch vom Stativ erfasst und in dieselbe Punktwolke eingerechnet.
Zwei Punkte aus der Praxis, die den Termin bestimmen: Verstellte Bereiche werden aufgenommen, wie sie stehen, und was hinter einem Regal liegt, ist hinterher nicht im Modell. Und Schichtwechsel oder Betriebsruhe sind die günstigsten Aufnahmefenster, weil dann Wege frei sind, die sonst durchgehend befahren werden.
Die Aufnahme ist georeferenziert, wenn Sie es brauchen — für die Verknüpfung mehrerer Hallen zu einem durchgehenden Werkslayout ist das die Voraussetzung. Wie das läuft, steht auf 3D-Laserscanning.

Was Sie bekommen, und in welchem Format
Layoutplanungssysteme rechnen nicht mit Punktwolken, sondern mit Flächen, Achsen und Körpern. Deshalb entsteht aus der Aufnahme das, was Ihr System tatsächlich einliest:
| Ergebnis | Format | Wofür |
|---|---|---|
| Ist-Layout als 2D-Plan | DWG, DXF, PDF | Grundlage für die Layoutplanung: Achsen, Stützen, Wände, Tore, Anlagenumrisse |
| Bestandsmodell | IFC, RVT | Wenn in 3D geplant wird und Höhen mitgeführt werden müssen |
| Punktwolke | E57, RCP | Die Referenz zum Nachmessen, auch für Fragen, die beim Aufmaß noch niemand gestellt hat |
| Flächenaufstellung | XLSX | Hallen-, Nutz- und Verkehrsflächen nach DIN 277 |
Welcher Detailgrad je Bereich sinnvoll ist, wird vorher festgelegt und nicht pauschal bestellt. Eine Halle in grobem Detail mit zwei genau erfassten Anschlussbereichen ist der Normalfall und deutlich günstiger als „alles so genau wie möglich“. Der Begriff dafür heißt Informationsbedarfstiefe.

Wo unsere Leistung endet
Wir nehmen auf und werten aus. Die Planung selbst — Materialfluss, Taktung, Flächenbedarf je Prozessschritt, Varianten — liegt bei Ihnen oder Ihrem Fabrikplaner. Diese Grenze steht hier ausdrücklich, weil sie in Ausschreibungen regelmäßig verschwimmt: Ein Aufmaßbüro, das Materialflussplanung anbietet, ist entweder etwas anderes als ein Aufmaßbüro, oder es unterschätzt die Aufgabe.
Was wir dafür tun können: die Daten so übergeben, dass in Ihrem Planungssystem keine Nacharbeit anfällt. Dazu gehört ein Testimport an einem Bereich, bevor die ganze Halle ausgewertet wird — derselbe Ablauf wie bei der CAFM-Datenübergabe, und aus demselben Grund.
Weiterführend
- 3D-Laserscanning – die Aufnahme, im laufenden Betrieb und ohne Stillstand
- 2D-Bestandspläne – das Ist-Layout als Zeichnung, mit Achsen und Bemaßung
- TGA-Modellierung – die Medien im Bestand: Druckluft, Elektro, Lüftung
- Industrie und Anlagenbau – was in dieser Branche sonst noch anfällt
Häufige Fragen zur Aufnahme in der Produktion
Muss die Produktion für die Aufnahme stillstehen?
Nein. Im Mobile Mapping wird im Gehen erfasst, entlang der Wege, die ohnehin frei sind. Stillstand brauchen wir nur dort, wo ein Bereich anders nicht zugänglich ist. Günstig sind Schichtwechsel und Betriebsruhe, weil dann mehr Wege frei sind — nötig sind sie nicht.
Werden die Maschinen mit aufgenommen?
Ihre Umrisse und ihr Platzbedarf ja, ihr Innenleben nein. Für die Layoutplanung zählt die Fläche, die eine Anlage tatsächlich belegt, einschließlich Bedien- und Wartungsbereich — und die weicht regelmäßig vom Maß im Datenblatt ab. Wenn einzelne Anlagen als Bauteil ins Modell sollen, wird das vorher vereinbart, weil es den Auswertungsaufwand bestimmt.
Was passiert mit verstellten Bereichen?
Sie werden aufgenommen, wie sie stehen. Was hinter einem vollen Regal liegt, sieht der Scanner nicht und ist hinterher nicht im Plan. Deshalb gehört zur Terminabstimmung die Frage, welche Bereiche für die Planung entscheidend sind — dort lohnt es sich, vorher freizuräumen.
Können mehrere Hallen zu einem Werkslayout zusammengeführt werden?
Ja, das ist der Regelfall bei Standorten mit mehreren Gebäuden. Voraussetzung ist die Georeferenzierung: Alle Aufnahmen liegen dann im selben Lage- und Höhenbezug, und die Hallen stehen zueinander so im Plan, wie sie auf dem Gelände stehen. Ohne diesen Bezug ist jede Halle für sich richtig und das Werkslayout falsch.
In welchem Format bekommen wir das Layout?
In dem, das Ihr Planungssystem einliest: DWG oder DXF für die 2D-Planung, IFC oder RVT für ein Modell, E57 oder RCP für die Punktwolke als Referenz. Bevor die ganze Halle ausgewertet wird, läuft ein Testimport an einem Bereich — so fällt eine Formatfrage auf, solange sie eine Korrektur ist.
Übernehmen Sie auch die Layoutplanung selbst?
Nein. Wir liefern die Bestandsdaten, geplant wird bei Ihnen oder Ihrem Fabrikplaner. Was wir dafür tun: die Daten so aufbereiten, dass sie ohne Nacharbeit in Ihr Planungssystem gehen.
Eine Halle, die umgeplant werden soll?
Schicken Sie uns die Hallenfläche, die vorhandenen Unterlagen und die Frage, die Ihr Planer beantwortet haben will. Sie bekommen eine Einschätzung, welcher Detailgrad dafür nötig ist und was das für Aufnahme und Auswertung bedeutet, bevor jemand anfährt.