Fallstudie Lärm-Voranalyse Fürstenfeldbruck
Fallstudie Lärm-Voranalyse · Wohnprojekt in Fürstenfeldbruck
Wo der Verkehrslärm ankommt, Fassade für Fassade
Bei einem Wohnprojekt in Fürstenfeldbruck an einer Hauptverkehrsstraße haben wir den Verkehrslärmpegel simuliert, getrennt für Fassade, Freifläche und Dach. Das Ergebnis liegt vor dem Entwurf vor und zeigt, welche Gebäudeseiten Wohnräume tragen können und wo der Schallschutz wirklich gebraucht wird.
Die Eckdaten
Ganztagswert, getrennt ausgewertet für Fassade, Freifläche und Dach
Ausgangslage: an der Hauptstraße entscheidet der Lärm über den Grundriss
Das Vorhaben liegt unmittelbar an einer Hauptverkehrsstraße. Lärm wirkt dort auf zwei Dinge, die den Entwurf unmittelbar betreffen: auf die Wohnqualität und auf die Kosten. Wo Aufenthaltsräume zur lauten Seite liegen, braucht es bessere Fenster und meist eine zusätzliche Lüftung, und beides kostet Geld und je nach Lösung auch Wohnfläche. Welche Gebäudeseiten wie stark betroffen sind, lässt sich am Grundriss nicht ablesen. Wo Schallschutz am günstigsten wirkt, sollte deshalb vor dem Entwurf feststehen und nicht danach.

Warum die amtliche Lärmkarte dafür nicht reicht
Die Lärmkartierung nach EU-Umgebungslärmrichtlinie sagt, wie laut ein Grundstück im Mittel ist. Sie liegt als grobes Raster vor. Die Simulation sagt, wie laut jede einzelne Fassade ist, Geschoss für Geschoss, und wie sich das ändert, wenn der Entwurf sich ändert. Dafür braucht sie das echte Gebäude im echten Gelände samt Nachbarbebauung, denn die Nachbarn schirmen ab und reflektieren zugleich.
Ergebnis: der Pegel verteilt sich von der Straße her
Die Simulation rechnet getrennt für Fassade, Freifläche und Dach. Erst diese Trennung macht sichtbar, dass die Belastung fast vollständig von der Straßenseite aufgebaut wird.
| Fläche | unter 55 dB(A) | 55 bis 65 dB(A) | über 65 dB(A) |
|---|---|---|---|
| Fassade | 17 % | 37 % | 47 % |
| Freifläche | 0 % | 18 % | 82 % |
| Dach | 22 % | 66 % | 13 % |
Zwei Dinge folgen daraus. Erstens liegt fast die Hälfte der Fassadenfläche über 65 dB(A), aber eben nur die Hälfte: Die abgewandte Seite und der Innenhof bleiben unter 55 dB(A). Damit steht fest, wo Schlafräume und Aufenthaltsräume hingehören, ohne dass jede Fassade teurer aufgerüstet werden muss. Zweitens ist die Freifläche mit 82 Prozent über 65 dB(A) der kritischste Bereich überhaupt. Für einen Außenwohnbereich, in dem sich jemand gern aufhält, ist die Lage im Blockinneren damit keine Geschmacksfrage mehr, sondern eine Vorgabe aus den Daten.


Einordnung: was damit nachgewiesen ist und was nicht
Die Lärm-Voranalyse ersetzt kein Schallgutachten eines Fachplaners. Sie rechnet auf der Gebäudegeometrie und beantwortet Entwurfsfragen, solange der Entwurf noch veränderbar ist. Was sie leistet: Wird später ein Gutachten erstellt, findet der Fachplaner ein durchdachtes Konzept vor und fängt nicht bei null an. Steht die Kubatur bereits fest, bringt die Voranalyse wenig.
Grundlage und Lieferumfang
- Georeferenziertes 3D-Modell aus Aufmaß, Laserscan und Drohne mit Gebäude, Gelände und Nachbarbebauung
- Öffentliche Lärmkartierung mit LDEN und LNight sowie Straßendaten zu Verlauf und zulässiger Geschwindigkeit
- Farbcodierte Pegelkarten für Fassade, Freifläche und Dach, je Entwurfsvariante
- Hinweise zur Grundriss-Zonierung und zum Schallschutzkonzept
- Unterlagen und Modell als Grundlage für das Schallgutachten
Ihr Grundstück liegt an Schiene oder Straße?
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