Fallstudie Dachtragwerk Berlin
Der Case
Jeder Balken einzeln modelliert: Bestandsmodell für die Sanierung eines historischen Dachstuhls
Für einen öffentlichen Auftraggeber in Berlin hat Metrika360 den Dachstuhl eines Schulgebäudes mit 3D-Laserscanning erfasst und als 3D-Bestandsmodell übergeben. Das Modell ist die Grundlage für die Sanierung und die statische Ertüchtigung des Tragwerks.
Das Besondere: Jeder Balken steht im Modell so, wie er gemessen wurde, mit seinem tatsächlichen Querschnitt und seiner tatsächlichen Lage.


Die Herausforderung
Den tatsächlichen Zustand abbilden, keine idealisierte Konstruktion
Das Dachtragwerk soll saniert werden, Teile der Holzkonstruktion werden ertüchtigt. Für die statische Bewertung und die Ausführungsplanung braucht der Auftraggeber den tatsächlichen Zustand der Konstruktion. Gefragt war ein Modell, das Querschnitte, Lage und Verformung der vorhandenen Balken abbildet.
Genau das macht einen historischen Dachstuhl anspruchsvoll: Die Balken sind von Hand bearbeitet, im Querschnitt unterschiedlich, verzogen und nicht lotrecht. Jede Verbindung ist ein Einzelfall.
Der Umfang wurde vor Projektstart klar festgelegt: Modelliert werden ausschließlich die alten Bestandsbalken. Die provisorischen Holzkonstruktionen, die noch nicht ertüchtigte Balken abstützen, bleiben außen vor, weil sie im Zuge der Sanierung zurückgebaut werden.

Die Lösung
Laserscanning an einem Tag, Modellierung Balken für Balken
Wir haben das Projekt in vier Schritten umgesetzt:
Aufnahme an einem Tag
Terrestrisches Laserscanning mit rund 75 Standpunkten im Dachraum, zwei davon auf dem Dach.
Registrierung
Zusammenführung zur Gesamtpunktwolke, dazu eine virtuelle Begehung für alle Beteiligten.
Modellierung
Tragwerk in Rhino, übriges Gebäude in Revit, beides in einer Datei zusammengeführt.
Qualitätssicherung
Prüfschleifen mit BCF-Protokoll, Querschnitte an der Punktwolke nachgeschärft, dann Übergabe.

Warum zwei Programme?
Revit arbeitet mit parametrischen Bauteilfamilien: Ein Träger bekommt einen Querschnitt, eine Länge und eine Achse und lässt sich beliebig oft wiederholen. Das macht Wände, Decken, Öffnungen, Treppen und Dachflächen schnell und sauber. Diese Logik setzt aber voraus, dass Bauteile gleich sind, und ein historischer Dachstuhl ist das nicht.
In Rhino entsteht deshalb jeder Balken als eigener Volumenkörper, direkt an der Punktwolke aufgebaut. Die fertige Tragwerksgeometrie wird anschließend in Revit eingebunden und fest verankert. So öffnet der Auftraggeber am Ende eine Datei und nicht zwei.

Vorteile in diesem Projekt
- Realer Zustand statt Idealgeometrie: Querschnitte, Schiefstellungen und Verformungen der Balken sind im Modell erhalten und stehen für die statische Bewertung zur Verfügung.
- Kurze Zeit vor Ort: Die gesamte Aufnahme war an einem Tag abgeschlossen.
- Eine Datei für alle: Tragwerk und Gebäude liegen in einem nativen Revit-Modell, ohne dass der Auftraggeber zwischen Programmen wechseln muss.
- Klarer Umfang: Provisorische Stützkonstruktionen wurden bewusst ausgelassen. Das Modell zeigt nur, was nach der Sanierung bleibt.
- Nachvollziehbare Qualität: Prüfschleifen mit BCF-Protokoll dokumentieren jede Korrektur bis zur Übergabe.
Ergebnis: Ein belastbares Bestandsmodell als Grundlage für die Sanierung
Der Auftraggeber hat ein natives Revit-Modell erhalten, in dem jeder Bestandsbalken einzeln als Volumenkörper enthalten ist, dazu Wände, Fenster, Türen, Dachflächen, Treppen und Galerien. Ergänzend steht die virtuelle Begehung der Punktwolke zur Verfügung.
Der Aufwand dahinter ist bewusst hoch: Im Regelfall wird ein Bauteil einmal definiert und dann vervielfältigt. Hier fällt dieser Schritt weg, denn kein Balken gleicht dem nächsten. Die Aufnahme dauerte einen Tag, Modellierung und Qualitätssicherung über einen Monat.
Projektdaten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Objekt | Dachtragwerk eines Schulgebäudes in Berlin, rund 1.200 m² Bruttogrundfläche |
| Auftraggeber | Öffentlicher Auftraggeber in Berlin, Facility Management und Bauunterhaltung |
| Anlass | Sanierung und statische Ertüchtigung des Dachtragwerks |
| Aufnahme | 8. Januar 2026, ein Aufnahmetag, terrestrisches Laserscanning mit Faro Focus X130 |
| Modellierung | Tragwerk in Rhinoceros 3D, Gebäude in Autodesk Revit, Übergabe im April 2026 |
| Modellumfang | Bestandsbalken einzeln als Volumenkörper, dazu Wände, Fenster, Türen, Dachflächen, Treppen und Galerien; provisorische Stützkonstruktionen nicht enthalten |
| Lieferung | Natives Revit-Modell in einer Datei, dazu virtuelle Begehung der Punktwolke |

Sie planen eine Sanierung im Bestand?
Nennen Sie uns Objekt, Fläche und Ziel der Daten. Sie erhalten eine Einschätzung zu Verfahren, Detailgrad und Terminrahmen, bevor jemand anfährt.