DIN 18202: Toleranzen im Hochbau
Die DIN 18202 legt fest, welche Maß- und Ebenheitsabweichungen im Hochbau zulässig sind, etwa für Wände, Decken und Öffnungen. Sie ist damit der übliche Maßstab, gegen den ein Soll-Ist-Vergleich gefahren wird, wenn das Projekt keine eigenen, strengeren Vorgaben macht.
Eine Abweichung ist erst mit ihrer Toleranz eine Aussage
Zwei Zentimeter Abweichung sind kein Befund. Sie können deutlich innerhalb des Zulässigen liegen oder klar darüber, je nachdem, um welches Bauteil es geht und über welche Bezugslänge gemessen wurde. Die Norm arbeitet mit Grenzwerten, die mit dem Abstand wachsen: Was auf einem Meter unzulässig wäre, ist über zehn Meter normal.
Daraus folgt die Regel für jeden Abweichungsbericht: Zu jedem Wert gehört die Angabe, gegen welche Toleranz geprüft wurde. Ein farbiges Abweichungsbild ohne diese Angabe zeigt Unterschiede, aber keine Mängel.
Wo sie im Projekt vorkommt
- Im As-Built-Vergleich, wenn der gebaute Zustand gegen die Planung gestellt wird.
- In der Baufortschrittsdokumentation, wo vor der ersten Aufnahme festgelegt wird, wogegen später geprüft wird.
- Bei der Abnahme von Rohbau- und Ausbauleistungen, wenn strittig ist, ob eine Abweichung hinzunehmen ist.
Wenn das Projekt strengere Vorgaben macht
Die Norm ist der Rückfall, nicht die Obergrenze. Wo Fertigteile eingebaut, Fassaden angeschlossen oder Anlagen aufgestellt werden, gelten regelmäßig engere Toleranzen aus dem Vertrag oder aus dem Gewerk. Sie gehen der Norm vor, und sie gehören in die Vereinbarung, bevor gemessen wird — nicht in die Diskussion darüber, ob das Messergebnis stimmt.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was regelt die DIN 18202?
Zulässige Maß- und Ebenheitsabweichungen im Hochbau, etwa für Wände, Decken, Öffnungen und Fertigteile. Die Grenzwerte hängen vom Bauteil und von der Bezugslänge ab.
Ist eine gemessene Abweichung von 2 cm ein Mangel?
Das lässt sich ohne Bezug nicht sagen. Erst mit Bauteil und Bezugslänge wird aus dem Messwert eine Aussage. Deshalb nennt jeder Abweichungsbericht die Toleranz, gegen die geprüft wurde.
Gilt die Norm immer?
Sie gilt, wo nichts Strengeres vereinbart ist. Vertragliche oder gewerkespezifische Toleranzen gehen vor und werden vor der Messung festgelegt.