Fallstudie Belichtungsstudie Fürstenfeldbruck

Julius Schaller · 3 Min. Lesezeit

Fallstudie Belichtungsstudie · Wohnprojekt in Fürstenfeldbruck

Wie viel Sonne kommt wirklich an?

Bei einem Wohnprojekt in Fürstenfeldbruck haben wir die Besonnungsdauer am Stichtag 21. März simuliert, Fläche für Fläche und einschließlich der verschattenden Nachbarbebauung. Das Ergebnis liegt vor dem Entwurf vor und zeigt, welche Gebäudeteile die Anforderungen an Aufenthaltsräume tragen können und welche nicht.

Die Eckdaten

Stichtag 21. März, Zeitraum 0 bis 24 Uhr

1.529 m²ausgewertete Gebäudefläche
56 %erreichen vier Stunden Besonnung oder mehr
20 %bleiben unter einer Stunde direkter Sonne

Ausgangslage: innerstädtisch gebaut heißt von Nachbarn verschattet

Das Vorhaben liegt in einer gewachsenen Blockrandsituation an einer Hauptverkehrsstraße. Bestand und Erweiterung bilden zusammen einen Hof. Damit stellt sich eine Frage, die sich am Grundriss allein nicht beantworten lässt: Welche Flächen bekommen genug direkte Sonne, damit dort Aufenthaltsräume liegen können, und welche nicht? Nachbargebäude, Dachformen und die Eigenverschattung des Hofes entscheiden das gemeinsam.

Simulation der Besonnungsdauer am 21. März an einem Wohnprojekt, farbig von Gelb (viele Stunden) bis Blau (unter einer Stunde)
Besonnungsdauer am 21. März über den gesamten Tag. Gelb steht für neun Stunden und mehr, Blau für weniger als eine Stunde.

Warum die Nachbarbebauung mitgerechnet werden muss

Ohne den verschattenden Kontext fallen Besonnungsdauer und Tageslichtquotient systematisch zu optimistisch aus. Die Werte wären dann weder für eine Zertifizierung noch für eine Entwurfsentscheidung belastbar. Wir modellieren die relevanten Nachbargebäude und das Gelände deshalb als Verschattungskontext mit, georeferenziert und aus eigener Aufnahme.

Ergebnis: die Besonnungsdauer nach Flächenanteil

Die Simulation verteilt die ausgewertete Gebäudefläche auf Stundenklassen. Daraus wird ablesbar, wie viel Fläche welche Qualität hat, statt über einen Mittelwert zu reden. Die Forma-Auswertung liefert zehn Klassen, hier zu fünf zusammengefasst.

Besonnungsdauer am 21. März

BesonnungsdauerFlächeAnteil
unter 1 Stunde301 m²20 %
1 bis 4 Stunden363 m²24 %
4 bis 6 Stunden244 m²16 %
6 bis 9 Stunden336 m²22 %
9 Stunden und mehr285 m²18 %
Gesamt1.529 m²100 %

DIN 5034-1 nennt für Aufenthaltsräume in Wohnungen als Richtwert mindestens vier Stunden Besonnung am 21. März. Diese Schwelle erreichen 56 Prozent der ausgewerteten Fläche, während 20 Prozent unter einer Stunde bleiben. Damit steht vor dem Entwurf fest, welche Gebäudeteile Wohnräume tragen können und wo Nebenräume, Erschließung oder Technik besser liegen.

Besonnungsdauer im Innenhof: die nach Norden gerichteten Hofflächen bleiben unter zwei Stunden
Der Hof verschattet sich selbst. Die nach Norden gerichteten Hofflächen bleiben unter zwei Stunden.
Besonnungsdauer von Süden gesehen: Dächer und Südfassaden mit den höchsten Werten, Nordseiten im untersten Bereich
Von Süden gesehen: Dächer und Südfassaden erreichen die höchsten Werte, die Nordseiten bleiben im untersten Bereich.

Einordnung: was damit nachgewiesen ist und was nicht

Diese Auswertung rechnet auf der Gebäudegeometrie, also auf Fassaden- und Dachflächen. Sie beantwortet Entwurfsfragen und zeigt die Verteilung über das gesamte Vorhaben. Ein prüffähiger Nachweis nach DGNB-Kriterium SOC1.4, Indikator 7, bezieht sich dagegen auf einzelne Räume und setzt ein Entwurfsmodell mit Räumen, Fenstern und Verglasungskennwerten voraus. Liegt dieses Modell vor, rechnen wir dieselbe Simulation raumgenau und liefern Raumtabellen und Kurzbericht dazu. Dasselbe gilt für den Tageslichtquotienten nach DIN EN 17037, der den Indikator 1 desselben Kriteriums abdeckt.

Lieferumfang einer Belichtungsstudie

  • Farbcodierte Besonnungsdauer-Karten je Stichtag, Indikator 7
  • Farbcodierte Tageslichtquotient-Karten je Geschoss und Raum, Indikator 1
  • Tabellarische Auswertung je Raum mit Fläche, Stunden beziehungsweise Tageslichtquotient und Bewertung
  • Kurzbericht mit Methodik, Stichtagen und berücksichtigter Nachbarbebauung
  • Georeferenziertes Umgebungsmodell als Verschattungskontext aus eigener Aufnahme

Wie viel Sonne kommt auf Ihrem Grundstück an?

Nennen Sie uns die Adresse und das geplante Vorhaben. Sie erhalten eine Einschätzung, welche Gebäudeteile genug Sonne für Aufenthaltsräume bekommen.

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