Fallstudie Belichtungsstudie Fürstenfeldbruck
Fallstudie Belichtungsstudie · Wohnprojekt in Fürstenfeldbruck
Wie viel Sonne kommt wirklich an?
Bei einem Wohnprojekt in Fürstenfeldbruck haben wir die Besonnungsdauer am Stichtag 21. März simuliert, Fläche für Fläche und einschließlich der verschattenden Nachbarbebauung. Das Ergebnis liegt vor dem Entwurf vor und zeigt, welche Gebäudeteile die Anforderungen an Aufenthaltsräume tragen können und welche nicht.
Die Eckdaten
Stichtag 21. März, Zeitraum 0 bis 24 Uhr
Ausgangslage: innerstädtisch gebaut heißt von Nachbarn verschattet
Das Vorhaben liegt in einer gewachsenen Blockrandsituation an einer Hauptverkehrsstraße. Bestand und Erweiterung bilden zusammen einen Hof. Damit stellt sich eine Frage, die sich am Grundriss allein nicht beantworten lässt: Welche Flächen bekommen genug direkte Sonne, damit dort Aufenthaltsräume liegen können, und welche nicht? Nachbargebäude, Dachformen und die Eigenverschattung des Hofes entscheiden das gemeinsam.

Warum die Nachbarbebauung mitgerechnet werden muss
Ohne den verschattenden Kontext fallen Besonnungsdauer und Tageslichtquotient systematisch zu optimistisch aus. Die Werte wären dann weder für eine Zertifizierung noch für eine Entwurfsentscheidung belastbar. Wir modellieren die relevanten Nachbargebäude und das Gelände deshalb als Verschattungskontext mit, georeferenziert und aus eigener Aufnahme.
Ergebnis: die Besonnungsdauer nach Flächenanteil
Die Simulation verteilt die ausgewertete Gebäudefläche auf Stundenklassen. Daraus wird ablesbar, wie viel Fläche welche Qualität hat, statt über einen Mittelwert zu reden. Die Forma-Auswertung liefert zehn Klassen, hier zu fünf zusammengefasst.
Besonnungsdauer am 21. März
| Besonnungsdauer | Fläche | Anteil |
|---|---|---|
| unter 1 Stunde | 301 m² | 20 % |
| 1 bis 4 Stunden | 363 m² | 24 % |
| 4 bis 6 Stunden | 244 m² | 16 % |
| 6 bis 9 Stunden | 336 m² | 22 % |
| 9 Stunden und mehr | 285 m² | 18 % |
| Gesamt | 1.529 m² | 100 % |
DIN 5034-1 nennt für Aufenthaltsräume in Wohnungen als Richtwert mindestens vier Stunden Besonnung am 21. März. Diese Schwelle erreichen 56 Prozent der ausgewerteten Fläche, während 20 Prozent unter einer Stunde bleiben. Damit steht vor dem Entwurf fest, welche Gebäudeteile Wohnräume tragen können und wo Nebenräume, Erschließung oder Technik besser liegen.


Einordnung: was damit nachgewiesen ist und was nicht
Diese Auswertung rechnet auf der Gebäudegeometrie, also auf Fassaden- und Dachflächen. Sie beantwortet Entwurfsfragen und zeigt die Verteilung über das gesamte Vorhaben. Ein prüffähiger Nachweis nach DGNB-Kriterium SOC1.4, Indikator 7, bezieht sich dagegen auf einzelne Räume und setzt ein Entwurfsmodell mit Räumen, Fenstern und Verglasungskennwerten voraus. Liegt dieses Modell vor, rechnen wir dieselbe Simulation raumgenau und liefern Raumtabellen und Kurzbericht dazu. Dasselbe gilt für den Tageslichtquotienten nach DIN EN 17037, der den Indikator 1 desselben Kriteriums abdeckt.
Lieferumfang einer Belichtungsstudie
- Farbcodierte Besonnungsdauer-Karten je Stichtag, Indikator 7
- Farbcodierte Tageslichtquotient-Karten je Geschoss und Raum, Indikator 1
- Tabellarische Auswertung je Raum mit Fläche, Stunden beziehungsweise Tageslichtquotient und Bewertung
- Kurzbericht mit Methodik, Stichtagen und berücksichtigter Nachbarbebauung
- Georeferenziertes Umgebungsmodell als Verschattungskontext aus eigener Aufnahme
Wie viel Sonne kommt auf Ihrem Grundstück an?
Nennen Sie uns die Adresse und das geplante Vorhaben. Sie erhalten eine Einschätzung, welche Gebäudeteile genug Sonne für Aufenthaltsräume bekommen.