Checkliste: Gebäudeaufnahme vorbereiten

Julius Schaller · 5 Min. Lesezeit

Ein Scantermin scheitert selten an der Technik. Er scheitert an der verschlossenen Tür im dritten Obergeschoss, für die niemand den Schlüssel hat. Was nicht aufgenommen wird, fehlt später im Plan, im Modell und im Raumbuch, und die Lücke zu schließen kostet eine zweite Anfahrt.

Diese Liste geht die Punkte durch, die auf Ihrer Seite liegen. Geräte, Ausrüstung und den Ablauf vor Ort bringen wir mit.

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19 Prüfpunkte in 4 Abschnitten

Für wen
Objektverantwortliche, Hausverwaltung, technische Leitung
Wann
Zwei Wochen vor dem Aufnahmetermin
Aufwand
Eine halbe Stunde, plus Abstimmung mit den Nutzern

1.1

Zugang zu allen Bereichen

Der wichtigste Block. Jeder Raum, der verschlossen bleibt, ist ein weißer Fleck in allen späteren Auswertungen.

Mitarbeiter mit am Körper getragenem Laserscanner geht durch ein Treppenhaus
Mobile Mapping im Treppenhaus: Jeder Bereich, der offen ist, wird in einem Durchgang erfasst.
  • Vollständige Raumliste geprüft

    Auch Technikräume, Abstellkammern, Aufzugsmaschinenräume, Dachböden, Kriechkeller und Bereiche, die seit Jahren niemand betritt. Gerade dort liegt häufig die Haustechnik, die später gesucht wird.

  • Schlüssel und Zutrittsmedien an einem Ort gebündelt

    Generalschlüssel, Transponder, Codes für Schließanlagen. Wer am Aufnahmetag erst Schlüssel suchen lässt, verliert Zeit, die im Tourenplan nicht vorgesehen ist.

  • Fremdgenutzte oder untervermietete Flächen angekündigt

    Mieter, Pächter und externe Dienstleister mit eigenen Räumen. Hier gelten eigene Ankündigungsfristen, die in der Regel länger sind als die interne Abstimmung.

  • Bereiche benannt, die nicht betreten werden dürfen

    Serverräume, Tresorbereiche, Reinräume, Labore, Patientenzimmer. Lieber vorher ausklammern und im Protokoll vermerken, als vor Ort improvisieren.

  • Begleitperson für sensible Bereiche festgelegt

    Mit Name und Telefonnummer, erreichbar während der gesamten Aufnahme. Eine Person, die das Haus kennt, spart mehr Zeit als jede Geräteoptimierung.

Aus der Praxis

Einzelne Räume bleiben fast immer verschlossen, trotz guter Vorbereitung. Legen Sie vorher fest, wie damit umgegangen wird: Nacherfassung in einem zweiten Termin, Übernahme aus Altunterlagen mit entsprechender Kennzeichnung, oder ersatzloses Weglassen mit Vermerk im Protokoll. Die Entscheidung im Vorfeld ist günstiger als die Diskussion bei der Abnahme.

1.2

Nutzer informieren

Für ein, zwei Tage gehen Ihnen fremde Personen durch das Haus und fotografieren jeden Raum. Wer das vorher weiß, räumt kurz auf und stellt keine Rückfragen mehr.

  • Nutzer informiert, mindestens zehn Werktage vorher

    Ein kurzes Informationsschreiben genügt: wer kommt, wann, warum, wie lange, und was mit den Aufnahmen passiert. Eine Vorlage stellen wir bereit, Sie ergänzen Objekt und Datum.

  • Interne Abstimmung erledigt

    Wo es bei Ihnen üblich ist, Betriebs- oder Personalrat über externe Dienstleister im Haus zu informieren, planen Sie das mit ein. In der Regel genügt ein kurzer Hinweis.

  • Datenschutz: nichts weiter zu tun

    Gesichter und Kennzeichen werden in den Panoramen automatisiert unkenntlich gemacht, das läuft bei jedem Projekt mit. Verlangt Ihr Haus zusätzlich einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, schließen wir ihn vor Projektbeginn.

  • Hinweis an die Nutzer: Vertrauliches wegräumen

    Akten, Patientenunterlagen und andere vertrauliche Papiere sollten während der Aufnahme nicht offen herumliegen, ebenso wenig beschriebene Whiteboards. Ein Satz im Informationsschreiben genügt, und jeder räumt vorher kurz auf.

1.3

Zustand der Räume am Aufnahmetag

Der Scanner nimmt auf, was da ist. Was vor der Wand steht, verdeckt die Wand.

  • Flure und Treppenhäuser frei

    Rollcontainer, Paletten, Umzugskartons: Was im Weg steht, wird entweder mitgescannt oder blockiert den Weg, auf dem die Erfassung läuft.

  • Beleuchtung eingeschaltet, soweit vorhanden

    Für die Geometrie nicht entscheidend, für die Panoramabilder schon. Dunkle Technikräume liefern unbrauchbare Bilder, und genau die werden später am häufigsten angesehen.

  • Türen offen oder entriegelt, auch Brandschutztüren

    Brandschutztüren bitte nicht dauerhaft aufkeilen. Es genügt, wenn jemand sie beim Durchgang öffnet.

  • Vollständig zugestellte Wände gemeldet

    Grundsätzlich nehmen wir auf, wie es steht: Aus den Panoramen erkennen wir, was Wand und was Einbauschrank ist, und messen an einem freien Abschnitt der Wandfläche an. Problematisch wird es nur, wenn eine Wand über ihre ganze Länge verdeckt ist, etwa durch eine durchgehende Regalreihe oder raumhohe Einbauten. Sagen Sie uns solche Stellen vorher, dann klären wir, ob eine Ecke frei geräumt wird oder das Maß aus dem Nachbarraum kommt.

  • Außenbereiche zugänglich, Startplatz für die Drohne bedacht

    Dachzugang, Innenhöfe und umlaufende Flächen. Die Flugfreigabe holen wir ein. Von Ihrer Seite brauchen wir nur ein paar Quadratmeter für Start, Landung und den Standplatz des Piloten, möglichst mit freier Sicht auf das Objekt. Wo der Platz knapp ist, etwa auf einem belegten Hof oder Parkplatz, stimmen wir die Fläche vorher ab und informieren die Nutzer dort.

1.4

Organisation vor Ort

Zwei Mitarbeiter richten einen Laserscanner auf dem Stativ ein, dahinter der Firmenwagen
Vor Ort: Der Scanner wird eingerichtet, der Wagen steht in der Nähe.
  • Sicherheitsunterweisung terminiert, falls erforderlich

    In Produktion, Klinik und auf Baustellen üblich. Bitte vorab mitteilen, wie lange sie dauert und welche persönliche Schutzausrüstung erwartet wird.

  • Anfahrt, Parkmöglichkeit und Anlieferung geklärt

    Das Equipment wiegt mehr, als es aussieht. Eine Parkmöglichkeit in Gebäudenähe spart jeden Tag spürbar Zeit.

  • Aufzug nutzbar oder Ersatz bedacht

    Bei laufender Aufzugssanierung oder in Hochhäusern ohne Lastenaufzug verschiebt sich die Tagesleistung. Besser vorher wissen als nachher erklären.

  • Vorhandene Unterlagen bereitgestellt

    Alte Grundrisse, Raumnummernlisten und Nutzungsangaben, auch wenn sie veraltet sind. Sie dienen nicht als Messgrundlage, helfen uns aber bei Vollständigkeitsprüfung und Raumzuordnung.

  • Gültige Raumnummerierung benannt

    In gewachsenen Beständen existieren oft mehrere Zählungen nebeneinander: am Türschild, im Mietvertrag, im alten Plan. Welche gilt, entscheiden Sie vor der Aufnahme. Danach ist es eine Umbenennung von hunderten Datensätzen.

Was von uns kommt

Geräte und Ausrüstung, die Wahl des passenden Aufnahmeverfahrens, Passpunkte und Georeferenzierung, die Erfassung der Attribute während der Begehung, die Qualitätskontrolle der Punktwolke sowie die Anonymisierung von Personen und Kennzeichen. Zur Aufnahme selbst müssen Sie nichts beitragen außer Zugang und einem erreichbaren Ansprechpartner.

Noch kein Termin vereinbart?

Umfang, Verfahren und Zugangszeiten stimmen wir vor der Anfahrt ab, nicht vor Ort.

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Diese Arbeitshilfe gibt wieder, was sich in unseren Projekten bewährt hat. Sie ersetzt keine rechtliche Beratung und keine projektbezogene Abstimmung. Stand: Oktober 2026.