Technologie und Gerätepark: welches Verfahren wann
Es gibt kein Verfahren, das alles kann. Ein terrestrischer Scanner sieht Details, die eine Drohne nie sieht; eine Drohne sieht ein Dach, das kein Stativ erreicht. Welches Gerät zum Einsatz kommt, entscheidet nicht die Ausstattung, sondern die Aufgabe. Diese Seite nennt beides: was wir haben und woran wir es festmachen.
Womit wir arbeiten
Diese Seite lebt von einem Bild, und zwar von einem echten: der Gerätepark im Einsatz, nicht das Produktfoto des Herstellers. Wer wissen will, ob ein Anbieter die Geräte wirklich hat, sieht genau hier nach.

Terrestrisches Laserscanning
Gerät: FARO Focus Premium. Genauigkeit: unter 1 cm, ausreichend für Detail- und Anschlussplanung.
Der Scanner steht auf einem Stativ und misst von jedem Standpunkt aus, was er sieht. Was er nicht sieht, existiert in der Aufnahme nicht — deshalb bestimmt die Zahl der Standpunkte die Vollständigkeit, nicht die Auflösung des Geräts.
Wann es das richtige Verfahren ist: wenn aus der Aufnahme gebaut wird. Anschlusspunkte, Fassadendetails, Tragwerk, Technikräume mit dichter Geometrie. Überall dort, wo ein Zentimeter Abweichung eine Nacharbeit auf der Baustelle bedeutet.
Mobile Mapping
Geräte: NavVis VLX und NavVis MLX. Leistung: über 8.000 m² am Tag möglich.
Ein Wearable-Scanner, der im Gehen misst. Kein Stativ, keine Standpunktwechsel, keine Unterbrechung des Betriebs. Für große Flächen ist er dem Stativ um ein Vielfaches überlegen — nicht weil er genauer wäre, sondern weil er in einem Tag schafft, wofür der Scanner eine Woche braucht.
Wann es das richtige Verfahren ist: Geschossflächen, lange Flure, Bestände über mehrere Gebäude, Aufnahmen im laufenden Betrieb. Kurz: überall, wo die Fläche das Problem ist und nicht das Detail.
Drohne und Photogrammetrie
Gerät: DJI Matrice 4E. Einsatz: Dach, Fassade und Gelände.
Aus überlappenden Luftbildern rechnet die Photogrammetrie eine Punktwolke und daraus Orthophotos und Gelände- und Oberflächenmodelle. Der Vorteil liegt nicht in der Genauigkeit, sondern in der Erreichbarkeit: Ein Dach ohne Gerüst, eine Fassade ohne Hubsteiger, ein Gelände ohne Begehung.
Wann die Drohne die falsche Wahl ist — und das steht hier bewusst, weil es sonst niemand schreibt: Unter Bewuchs entsteht kein Geländemodell. Die Kamera sieht Blätter, nicht den Boden darunter. Was herauskommt, ist ein Oberflächenmodell (DOM), und wer ein Geländemodell (DGM) braucht, braucht dann ein anderes Verfahren oder einen anderen Termin im Winter.
GNSS und Passpunkte
Gerät: Emlid. Bezugssysteme: ETRS89/UTM in der Lage, DHHN2016 in der Höhe.
Eine Aufnahme ohne Lagebezug ist ein Modell, das im luftleeren Raum steht. Sie lässt sich in sich auswerten, aber nicht mit einem Katasterplan, einem Nachbargebäude oder einer zweiten Aufnahme zusammenbringen. Passpunkte stellen diesen Bezug her — warum das keine Formalie ist, steht im Lexikoneintrag Georeferenzierung.
Wann welches Verfahren
Die Entscheidung fällt an der Aufgabe, nicht am Gebäudetyp:
- Es wird daraus gebaut → terrestrischer Scan. Der Zentimeter zählt.
- Es geht um Flächen und Betrieb → Mobile Mapping. Die Fläche zählt.
- Es liegt oben oder draußen → Drohne. Die Erreichbarkeit zählt.
- Es muss zu anderen Daten passen → GNSS-Passpunkte, zusätzlich zu einem der drei.
In den meisten Projekten ist es nicht eines, sondern eine Kombination: Hülle terrestrisch, Innenräume mobil, Dach mit der Drohne, alles über Passpunkte auf ein gemeinsames System. Das ist ein Termin und eine Punktwolke, keine drei Projekte.
Weiterführend
- 3D-Laserscanning – die Leistung, die auf dem terrestrischen Scan und dem Mobile Mapping aufsetzt
- Drohnenvermessung – was aus der Befliegung entsteht
- Scan-to-BIM – der Weg von der Aufnahme zum Bestandsmodell
- Mobile Mapping oder terrestrisch – der Vergleich als Lexikoneintrag
- Georeferenzierung – warum die Aufnahme einen Lagebezug braucht
- Preise – was eine Aufnahme kostet und woran der Preis hängt