Ökobilanz für Bestand und Sanierung
Eine Ökobilanz rechnet Umweltwirkungen über den Lebensweg eines Gebäudes. Die Kennwerte je Baustoff kommen aus Datenbanken. Was nicht aus einer Datenbank kommt, sind die Mengen: wie viel Beton, wie viel Mauerwerk, wie viel Dämmung tatsächlich verbaut ist. Genau daran scheitert die Bilanz im Bestand.
Wann der Anlass entsteht
- Abwägung zwischen Sanierung und Ersatzneubau, wenn die graue Energie mitzählt
- Förderung oder Zertifizierung, die eine Bilanz voraussetzt
- Vergleich mehrerer Sanierungsvarianten
- Berichtspflichten, für die Gebäudedaten belegt werden müssen
Woher die Daten kommen
Diese Leistung rechnet mit Geometrie: Flächen, Höhen, Öffnungen, Orientierung, Bauteilaufbauten. In einem Neubau liefert das Planungsmodell diese Angaben. Im Bestand existiert es nicht, und genau das ist der übliche Bremsklotz.
Wir erheben diese Grundlagen bei der Bestandsaufnahme ohnehin. Aus derselben Aufnahme, aus der Grundrisse und Raumbuch entstehen, kommen auch die Werte, mit denen hier gerechnet wird. Es braucht keinen zweiten Termin und keine zweite Datenerhebung.
- Bestandsdatenerfassung – die Aufnahme, auf der das aufsetzt
- Scan-to-BIM – das Bestandsmodell, wenn gerechnet statt geschätzt werden soll
- DIN 277 – die Flächen, die in fast jede dieser Rechnungen eingehen
Warum die Mengen der schwierige Teil sind
Im Neubau fallen die Mengen aus dem Modell. Im Bestand gibt es dieses Modell nicht, und die Bauakte hält den Zustand der Bauzeit fest, nicht den nach vierzig Jahren Umbau. Übliche Praxis ist deshalb die Schätzung über Kennwerte je Quadratmeter. Für eine Übersicht reicht das; für eine Entscheidung zwischen Sanierung und Abriss nicht, weil die Antwort an genau diesen Mengen hängt.
Aus einem Bestandsmodell lassen sich Bauteilmengen dagegen ableiten. Was das Modell nicht sagen kann, ist der Aufbau hinter der Oberfläche; dafür braucht es Öffnungen oder eine Bauteiluntersuchung. Wir sagen an dieser Stelle, was gemessen und was angenommen ist, statt beides zu vermischen.
Was noch offen ist
Weiter in dieser Gruppe
Diese Leistungen setzen auf derselben Aufnahme auf. Wer eine davon braucht, braucht meistens noch eine zweite.